Deine Zukunft ist meine Zukunft

Die Schüler machen es vor – Studenten, Eltern, Forscher und viele andere Menschen schließen sich an. Sie alle haben eins gemein. Sie treten für unsere Zukunft ein, genauer gesagt für die Zukunft unserer Kinder und deren Kindeskinder. Sind nur sie Philanthropen? Philanthropie kommt vom altgriechischen und philos bedeutet „Freund“, anthropos bedeutet „Mensch“. Es geht um menschenfreundlichen handeln und ein Philanthrop ist ein Menschenfreund. Sind wir nicht alle Philanthropen? Warum handeln wir dann nicht?
John Boynton Priestley sagte einmal: „Der Mensch von heute: das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat: Er kriecht mit seinem Auto in die Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat“. Nun stehen wir Studierende nicht jeden Tag im Stau, um nach Berlin zu fahren, allerdings kann man sich trotzdem manchmal hinterfragen. Brauch ich je ein Auto? Muss ich fliegen? Wie kann ich meinen Beitrag leisten, um der Umwelt so wenig wie möglich zu schaden? Im Februar 2014 schrieb die Frankfurter Rundschau „Smog in China – Händlern gehen die Atemmasken aus“. Um sich vor schlechter Luft zu schützen kaufen Chinesen in Peking Atemmasken oder Luftreiniger, die sie sich in der Wohnung aufstellen. Hier in Deutschland haben wir diese Zustände noch nicht. Wenn wir so weiter machen werden wir allerdings auch mal vor dem Problem des Atemmaskenausverkaufs stehen, denn Schadstoffe sind Stickoxide genauso wie CO2.

Deutsche brauchen generell 4 Mal die Erde – Haben wir nicht nur eine?
Den ökologischen Fußabdruck kennt mittlerweile jeder. Er ist bezeichnend für die biologisch produktive Fläche, die notwendig ist, um den Lebensstandard eines Individuums dauerhaft zu ermöglichen. Im Durchschnitt bräuchten die Deutschen 5,3 bis 10,7 Hektar bepflanztes Land pro Person. Das bedeutet Deutsche bräuchten etwa 2,6 bis 5,2 Erden. Der gerechte ökologische Fußabdruck läge bei 1,7 Hektar pro Person.
Das Problem liegt eigentlich immer bei den Anderen…
Mit diesen Statistiken wird ein klarer Handlungsaufruf ersichtlich. Vor allem das Fliegen hat eine extrem schlechte Auswirkung auf die Umwelt. Mit zwei Flügen im Jahr, verbrauchen wir schon mehr als der deutsche Durchschnittsbürger. Je länger der Flug, desto übler für die Umwelt. Auch wenn wir sonst auf alles achten: vegan leben, Bioprodukte kaufen, nur das Fahrrad oder die Öffis nutzen, sparsam heizen, wenig Müll verursachen – es bleibt bei einem Lebensstil auf zu großem Fuße. Verglichen mit meiner Oma als Kind, lebe ich heute schon als Studentin im Luxus. Verglichen mit der durchschnittlichen Brasilianerin ebenfalls. Beide hätten hingegeben einen viel besseren ökologischen Fußabdruck, als ich. Ein Kind, welches in Deutschland aufwächst, verbraucht 4 Mal so viel, wie ein Kind, welches in Pakistan aufwächst.
Natürlich sehen wir meistens nicht das Problem bei uns, sondern bei Anderen. Die Abgeordneten zum Beispiel: Es ist doch unerhört, dass die Grünen-Abgeordneten 2018 so viel flogen, wie nie zuvor und sogar noch mehr als die Abgeordneten aus anderen Parteien. Es ist auch unerhört, dass Abgeordnete zusätzlich zu ihrer Bahncard 100 noch jeden Inlandsflug und viele Auslandsflüge einfach erstattet bekommen! Wir sollten auf solche Missstände aufmerksam machen – auf die Straße gehen und eine sofortige Veränderung fordern, aber leben wir denn umwelttechnisch total koscher?
„Ich finde die Umwelt sehr wichtig, aber man kann ja schließlich nicht auf alles achten“, Studentin HWR Berlin.

„Das Flugzeug würde so oder so fliegen“, Student HWR Berlin.
„Es ist zwar sehr wichtig umweltbewusst zu leben, aber nach Stuttgart muss ich doch fliegen, sonst schaff ich das mit dem Termin nicht pünktlich“, Verwaltung der HWR Berlin.
Wir schaffen es immer hervorragend uns irgendwie herauszureden, vor allem bei einem besonders schlimmen Ökoverschmutzer: dem Fliegen. Ein häufiges Argument ist auch, dass der Bevölkerungszuwachs der schlimmste Umweltverschmutzer ist. Die Bevölkerung in Teilen Afrikas wächst rasant, allerdings sind es nicht die Afrikanerinnen und Afrikaner, die die Umwelt am meisten verpesten, sondern wir. Es gilt hier vor Ort zu handeln.
Wir brauchen gesetzliche Regulierungen und Besteuerungen!
Natürlich muss die Politik etwas tun. Umweltverpestende Konsumgüter sollten teuer werden, aber natürlich geht das meistens zu Lasten der ärmeren Bevölkerung. Daher gilt: Sozial schwache Menschen müssen auf anderer Seite entlastet werden.
Mit Sparsamkeit die Umwelt retten!
Aber wir beide können auch etwas tun, um unseren Planeten zukunftssicher zu machen. Dies hängt sehr stark von unserem Konsum ab und es gilt das Prinzip von Erich Fromm: „Haben statt sein“. Im Prinzip bedeutet das einfach, weniger zu konsumieren und mehr im Hier und Jetzt zu sein. Das Nachdenken darüber, was du hast und was du wirklich brauchst, kann dir ein gutes Gefühl geben. Denkst du nicht auch, dass persönliche Beziehungen und schöne Erfahrungen sind viel mehr wert als Geld? Auf der Konsumseite ist es natürlich gut, etwas zu tun. Warum also nicht Essen „retten“, was der Supermarkt einfach wegwerfen würde? (z.B. durch foodsharing.de oder „Sirplus“ sirlus.de). Modisch sind gebrauchte Gegenstände. Warum nicht mehr versuchen, deine Sachen zu reparieren oder das, was getragen wurde, zu kaufen? (Kleiderkreisel, Flohmärkte). Reduktion ist gut, auch wenn es um deinen persönlichen Platzbedarf geht. Wohnst du in deiner WG oder ist deine Wohnung sehr klein? Super! Du hast sofort weniger Kosten, verbrauchst weniger Ressourcen und dein Geldbeutel bleibt voller. So kannst du gleich ein paar Bierchen mit dienen Freunden mehr trinken gehen. Warum lädst du sie nicht ein, da du jetzt mehr Geld hast? Geben ist eines der besten Gefühle der Welt. Auch könnte man ja mal gemeinsam kochen. Vielleicht sogar mit Zutaten aus dem eigenen UniGarten.
Darf ich jetzt nie wieder Fliegen? Nie wieder mir eine Currywurst gönnen?
Niemand sollte verurteilt werden für das eigene Verhalten. Es darf kein „Flugschämen“ geben und auch keine Scham, dass wenn man kein Geld hat, man einfach auch mal zu den Supermärkten geht, durch die die Umwelt und Bauern ausgebeutet werden (Lidl, Aldi und co.). Was es geben sollte ist eine globale Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Ein asiatischer Meister der Meditation, Thich Nhat Hanh sieht die Möglichkeit, wie wir aus der Klimakrise herauskommen in jedem von uns. Wir brauchen nicht mehr zu rennen und danach zu suchen, sondern uns einfach auf uns besinnen und somit besser uns selbst und die Erde verstehen lernen.
Wir könnten ja mal ein Blick darauf werfen, was für ein tolles Leben wir in Europa eigentlich haben. Wir wurden in einer privilegierten Gesellschaft geboren, müssen selten befürchten zu sterben durch einen Überfall oder eine Erkrankung und dürfen sogar noch kostenlos studieren. Welcher Mensch unseres Planeten hat denn bitte noch so viele Vorteile?
Lass uns doch die nächsten Ferien in der karibischen Lausitz verbringen!

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